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Bitcoin und der Hype um die digitale Währung

Nach dem wahnsinnigen Anstieg im letzten Jahr dürfte der Bitcoin nun fast jedem bekannt sein. Doch nur 4 Prozent der Menschen weltweit haben in diese digitale Währung investiert

Nach dem wahnsinnigen Anstieg im letzten Jahr dürfte der Bitcoin nun fast jedem bekannt sein. Doch nur 4 Prozent der Menschen weltweit haben in diese digitale Währung investiert und kaum einer kennt sich wirklich mit dem Thema Bitcoin aus. Dies mag auch daran liegen, dass die digitalen Währungen, auch Kryptowährungen genannt, den meisten Menschen Angst macht und auch die Zeitungen und Regierungen kein gutes Haar an diesen lassen. Dabei ist es eigentlich so einfach.

Was sind Bitcoin?

Bitcoin ist eine digitale Währung. Er wird nicht, wie Euro oder Dollar, physisch gedruckt, sondern wird von vielen Menschen auf der Welt dezentral errechnet. Der Bitcoin, wie auch alle anderen Kryptowährungen unterliegen keiner staatlichen oder zentralen Kontrolle, was auch ein Grund ist, dass Regierungen diesem sehr kritisch gegenüberstehen. Dabei ist vor allem der Bitcoin das bekannteste Beispiel dafür, wie schnell die Kryptowährung wachsen kann. Wer zu Beginn des Bitcoins mit nur wenigen Euro eingestiegen ist, dürfte heute Millionär sein.

Besonders hervorzuheben ist hierbei die Dezentralität des Bitcoin. Er unterliegt keinen institutionellen Kontrollen, was heißt, dass kein Staat und auch keine Zentralbank Rahmenbedingungen festlegen oder gar die Geldmenge steuern kann.

Erschaffen wurde der Bitcoin angeblich von Satoshi Nakamoto im Jahre 2009. Allerdings ist bis heute die Identität ungeklärt und niemand weiß, ob es sich um eine Einzelperson oder um eine Gruppe handelt, was natürlich Raum für Spekulationen lässt.

Der Bitcoin im Überblick

Der Bitcoin wurde von vielen belächelt. Die meisten Menschen kannten ihn nicht und nur ganz wenige investierten in diese digitale Währung. Dabei erscheinen auch heute noch immer wieder unzählige Artikel, dass der Bitcoin die Zukunft nicht überstehen kann oder dass die digitale Währung im Allgemeinen keine Chance auf dem Markt hat. Doch schaut man sich den Kursverlauf von 2009 bis heute einmal genauer an (vgl. https://www.bitcoin.de/de) , zeigt dieser gerade das Gegenteil. Es stehen sogar Prognosen im Raum, die dem Bitcoin einen Stand von 50.000 Euro und mehr voraussagen. Allerdings sollte dies auch ein wenig mit Objektivität betrachtet werden. Den außergewöhnlichen Aufstieg, den dieser Coin hingelegt hat, ist wahrscheinlich einmalig und wird in diesem Sinne nicht mehr unbedingt vorkommen.

Weiterhin ist aber auch nicht unbedingt zu befürchten, dass er wertlos wird oder in Zukunft einfach nicht mehr vorhanden ist. Denn gerade durch den Bitcoin Hype, der sich auf alle digitalen Währungen auswirkt, interessieren sich immer mehr Menschen für diese Möglichkeit und investieren. Dies heißt, dass die Zukunft fast gesichert ist – wäre da nicht noch das politische Problem mit dem Bitcoin.

Bitcoin an der Börse

Denn es im Moment gar nicht sicher, wohin der Bitcoin eigentlich soll. Seit letztem Jahr kann der Bitcoin zudem an der Börse gehandelt werden und konnte auch deutliche Gewinne verzeichnen. Allerdings ist sich die Community nicht so ganz einig, ob aus dem Bitcoin ein Peer-to-Peer Zahlungsmittel (wie es ursprünglich auch gedacht war) oder ob er die nächste Weltwährung werden soll. Solange diese politischen Probleme nicht gelöst werden, ist die Zukunft des Bitcoins unsicher. Denn beides gleichzeitig funktioniert nicht.

Das Zerren um den Bitcoin

Neben den Core Entwicklern, also die Programmierer, die sich als Erben des Erfinders sehen, gibt es noch die Miner, Walletbetreiber und die kleinen Nutzer, die ihr Geld in den Bitcoin investieren. Die Core Entwickler sehen sich dabei als Hüter des heiligen Codes und sehen im Bitcoin ein dezentrales und schwer zu manipulierendes Bezahlsystem für die Nutzer.

Die Miner hingegen schürfen das digitale Gold und verdienen ihr Geld damit. Dies heißt gleichzeitig auch, dass sie natürlich Interesse an vielen Transaktionen und hohen Kursen haben. Bitcoin sehen sie als Konkurrent zu Visa und Paypal, weshalb der Code aus ihrer Sicht deutlich leistungsfähiger sein muss. Um sie zu beruhigen, wurde ein Code-Update versprochen, welches allerdings wenige Tage vorher gecancelt wurde. Jetzt sind die Miner verärgert und es könnte eine Krypto-Rebellion (ein Hardfork) ins Leben gerufen werden.

Dann gibt es noch die Walletbetreiber, also praktisch die Wechselstuben der Kryptowährung. Sie sind ebenfalls sehr einflussreich, betreiben in der Regel Handelsbörsen, an denen die Währungen gekauft, getauscht oder verwahrt werden können und haben ähnliche Interessen wie die Miner. Je höher die Transaktionen, desto mehr Gewinn fahren sie ein.

Die Nutzer hingegen halten am Ende das Kryptogeld am Leben, wenn sie in die digitale Währung investieren. Das heißt, dass jeder, der in Bitcoin investieret die Core-Entwickler unterstützt und somit auf das Peer-to-Peer System setzt.

Die Fraktionen bekämpfen sich

Mitte November brach der Kurs des Bitcoins innerhalb weniger Stunden um fast 30 Prozent ein. Dies lag daran, dass das Segwit2x-Update, gegen das die Core Entwickler gekämpft haben, abgesagt wurde. Das Update wurde auf Druck der Miner veranlasst, kam aber dann doch nicht zustande, da die Core Entwickler einige Miner auf ihre Seite ziehen konnten. Allerdings wechselten einige Miner auch Bitcoin Cash und brachten somit den Bitcoin in ernsthafte technische Schwierigkeiten, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden konnten.

Schon im August letzten Jahres hatten sich einige Programmierer vom Bitcoin losgesagt und ihre eigene Währung, den Bitcoin Cash, auf den Markt gebracht. Nun bracht ein Kampf zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash los und während in einigen Foren bereits der Bitcoin Cash als „wahrer Bitcoin“ galt und dem Bitcoin der Untergang nachgesagt wurde, konnte sich der Bitcoin innerhalb eines Tages jedoch wieder erholen und der Bitcoin Cash Kurs verlor mehr als 50 Prozent. Auch wenn dieser Putsch gescheiter ist, wurden durch ihn Millionen vernichtet. Dennoch ist es jetzt an der Zeit, dass ein weiteres Update notwendig wird. Sollte sich der Bitcoin nicht zügig an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen, könnte ein neuer Fork drohen.

Was ist ein Fork überhaupt?

Bei einer Fork unterscheidet man zwischen Hard und Soft Fork. Eine Fork ist praktisch die Weiterentwicklung von Open Source Software, die jedem Menschen frei zugänglich gemacht wird. Wird etwa eine Kopie einer heruntergeladenen Software angefertigt und diese für seine eigenen Zwecke geändert wurde die Software geforkt.

Ein Fork ist somit nicht unbedingt ein böser Eingriff, sondern in der Regel ein erwünschter Bestandteil dieser Software. Somit können Nutzer neue Funktionalitäten hinzufügen und die Open Source Software für sich perfekt nutzen.

Bei Bitcoin gab es im letzten Jahr mehrere Forks der Bitcoin Blockchain und hat somit zu weiteren digitalen Währungen wie Bitcoin Cash, Bitcoin Gold und Bitcoin Diamond geführt. Bei einem Bitcoin Fork erhalten Bitcoin Besitzer in der Regel einen ähnlichen Betrag der neuen digitalen Währung in ihr Wallet.

Was ist der Unterschied zwischen Hard und Soft Fork?

Immer dann, wenn sich eine Kryptowährung in zwei Teile teilt, wurde ein Hard Fork durchgeführt. Wird der Code bei der digitalen Währung geändert, entsteht eine neue Version und somit auch eine neue Version der Währung, die dann mit der alten Währung zusammen koexistiert. Anhand von Bitcoin und Bitcoin Cash konnte die gut beobachtet werden.

Ein Soft Fork hingegen ist fast das Gleiche, nur dass es hier keine neue Währung gibt. Das Segwit Update war beispielsweise ein Soft Fork, Bitcoin Cash, Bitcoin Gold und Bitcoin Diamond hingegen sind alle Hard Forks.